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KI ohne Plan ist wie Segeln ohne Kompass: Warum Unternehmen eine strategische KI-Roadmap brauchen

Von Martin Feld · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

KI ohne Plan ist wie Segeln ohne Kompass: Warum Unternehmen eine strategische KI-Roadmap brauchen
#KI-Strategie#Digitalisierung#Generative KI#Mittelstand

Eine KI-Roadmap hält fest, welche Ziele, Anwendungsfälle und Voraussetzungen geprüft werden sollen. So lassen sich Optionen, Zuständigkeiten und offene Risiken nachvollziehbar priorisieren.


Eine KI-Roadmap kann helfen, Ziele, Vorhaben und offene Voraussetzungen geordnet zu besprechen. Sie ist jedoch weder eine Erfolgsgarantie noch ein Beleg dafür, dass eine bestimmte Initiative wirtschaftlich oder rechtlich tragfähig ist. Ihr Wert hängt davon ab, welche Entscheidungen sie unterstützt und wie Annahmen später überprüft werden.

Was eine KI-Roadmap festhält

Eine Roadmap ist eine strukturierte Planung möglicher Schritte. Sie kann Geschäftsziel und Problemstellung, geprüfte Anwendungsfälle, Voraussetzungen, Abhängigkeiten, Verantwortliche, Ressourcenannahmen, Risiken und Entscheidungspunkte dokumentieren. Umfang und Zeithorizont richten sich nach dem konkreten Auftrag; ein einheitliches Modell oder eine allgemein gültige Laufzeit gibt es nicht.

Als Orientierung für die Risikobetrachtung kann das freiwillige NIST AI Risk Management Framework dienen. Seine Funktionen Govern, Map, Measure und Manage helfen, Zuständigkeiten, Einsatzkontext, Prüfung und laufende Behandlung von Risiken zu strukturieren. NIST beschreibt die Ausrichtung an organisatorischen Zielen und strategischen Prioritäten sowie eine kontextbezogene Go-/No-Go-Abwägung, bevor Entwicklung oder Einsatz weitergehen. Das AI RMF ist kein vorgeschriebener Roadmap-Standard und wird derzeit überarbeitet.

Von Geschäftszielen zu prüfbaren Vorhaben

Die Planung sollte mit dem betrieblichen Bedarf beginnen: Welcher Prozess oder welche Entscheidung soll verbessert werden? Wer ist beteiligt oder betroffen? Welche Grenzen bestehen bereits? Erst danach lässt sich vergleichen, ob KI eine passende Option ist oder ob eine Prozessanpassung, ein bestehendes Werkzeug oder der Status quo besser passt.

Ein mögliches Vorgehen:

  1. Ausgangslage beschreiben: Bestehende Aktivitäten, Prozessziele, betroffene Gruppen, Systeme und verfügbare Daten erfassen. Offene Annahmen kennzeichnen.
  2. Optionen formulieren: Für jeden Bedarf mögliche Lösungen samt Nicht-KI-Alternative festhalten. Ziel und erwartete Wirkung so konkret beschreiben, dass sie später überprüft werden können.
  3. Abhängigkeiten und Risiken prüfen: Datenzugang, Integration, Sicherheit, Datenschutz, Kompetenzen, menschliche Aufsicht und laufenden Betrieb je nach Anwendungsfall untersuchen.
  4. Priorisieren und entscheiden: Kriterien wie erwarteter Nutzen, Aufwand, Machbarkeit, Risiken und strategische Passung offenlegen. Unsichere Annahmen als Prüfbedarf behandeln, nicht als zugesagtes Ergebnis.
  5. Nächste Entscheidung festlegen: Verantwortliche, benötigte Evidenz, Ressourcenrahmen und Kriterien für Fortsetzung, Anpassung oder Abbruch dokumentieren.

Das NIST Framework empfiehlt eine kontinuierliche Risikobetrachtung über den Lebenszyklus. Die OECD-KI-Grundsätze betonen ebenfalls einen kontext- und rollenbezogenen, fortlaufenden Umgang mit Risiken. Eine Roadmap sollte deshalb Überprüfungspunkte vorsehen, wenn sich Ziele, Einsatzkontext, Technik, Kosten oder Risiken relevant ändern. Ein festes Quartals- oder Jahresintervall passt nicht zu jedem Vorhaben.

Priorisierung ohne Scheingenauigkeit

Eine Rangliste kann die Diskussion unterstützen, bildet aber keine objektive Wahrheit ab. Wenn Bewertungen wie Nutzen, Machbarkeit oder Risiko zu einer Punktzahl verdichtet werden, sollten Definitionen, Gewichtungen und Unsicherheiten sichtbar bleiben. Zahlenwerte sind nur dann hilfreich, wenn ihre Grundlagen nachvollziehbar sind.

Für mögliche Pilotvorhaben sollten vorab Prüfziele und Grenzen vereinbart werden: Welche Leistung wird unter welchen Bedingungen beobachtet? Welche Fehler oder Nebenwirkungen wären relevant? Welche Vergleichsbasis gibt es? Welche Ergebnisse würden gegen eine Fortsetzung sprechen? Die Unterscheidung zwischen Nutzung und tatsächlicher Wirkung wird auch im Beitrag KI-Nutzung und Wirkung in Geschäftsprozessen erläutert.

Zuständigkeiten und Fortschreibung

Eine Roadmap kann Zuständigkeiten für Entscheidungen, Umsetzung, Prüfung und Betrieb benennen. Die Verantwortung muss zur Organisation und zum konkreten System passen; eine zentrale KI-Stelle ist nicht in jedem Unternehmen die richtige Lösung. Beteiligen Sie die betroffenen Fachbereiche und nötige Expertinnen und Experten, damit Annahmen zu Prozess, Daten und Risiken überprüfbar werden.

Eine Fortschreibung sollte nicht automatisch neue Projekte erzeugen. Sie kann ebenso zu dem Ergebnis führen, ein Vorhaben zurückzustellen, Anforderungen zu ändern oder keine KI einzusetzen. Halten Sie fest, wer eine solche Entscheidung trifft und welche Erkenntnisse dafür maßgeblich waren.

Fragen vor der Beauftragung

  • Welche Entscheidungen soll die Roadmap vorbereiten?
  • Welche Bereiche, Personen, Systeme und Zeiträume werden betrachtet?
  • Welche Prüfungen und Ergebnisse sind enthalten, welche nicht?
  • Wie werden Annahmen, Risiken, Aufwandsschätzungen und nicht verfügbare Informationen gekennzeichnet?
  • Wer entscheidet über Prioritäten und spätere Änderungen?
  • Wie werden sensible Daten und vertrauliche Informationen behandelt?

Die strategische KI-Roadmap beschreibt Beratungs-, Coaching-, Workshop- und Supportformate. Klären Sie vor einer Beauftragung Umfang, Liefergegenstände und die nötige Mitwirkung. Die Aussagen zu Zukunftssicherheit, Kostenersparnis und kostenloser Erstberatung auf der Leistungsseite sind nicht Gegenstand dieser Artikelprüfung.

Quellen und Einordnung

Häufig gestellte Fragen

Das lässt sich nicht pauschal angeben. Der Aufwand hängt unter anderem von Fragestellung, Umfang, Zahl der Beteiligten, verfügbaren Informationen und gewünschter Ergebnistiefe ab. Vor Beginn sollten Umfang, benötigte Mitwirkung und konkrete Liefergegenstände vereinbart werden.

Vom Wissen zur Umsetzung

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