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KI-Einstieg mit bestehender Software

Prompt-Bibliotheken im Unternehmen: Vorlagen entwickeln und prüfen

Von Martin Feld · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Prompt-Bibliotheken im Unternehmen: Vorlagen entwickeln und prüfen
#Prompt Engineering#KI im Unternehmen#Künstliche Intelligenz#Produktivität

Eine Prompt-Bibliothek bündelt wiederverwendbare Anweisungen für konkrete Aufgaben. Erfahren Sie, wie Unternehmen Vorlagen dokumentieren, testen und verantwortungsvoll pflegen.


Eine Prompt-Bibliothek ist eine gepflegte Sammlung von Anweisungen, die Mitarbeitende bei wiederkehrenden Aufgaben als Ausgangspunkt verwenden können. Sie kann Orientierung geben und Erfahrungen auffindbar machen. Sie ersetzt weder die Prüfung konkreter Ergebnisse noch Regeln für den Umgang mit Unternehmens- und Personendaten.

Wann eine gemeinsame Sammlung sinnvoll ist

Einzelne Mitarbeitende entwickeln oft eigene Formulierungen für ähnliche Aufgaben. Eine gemeinsame Sammlung kann diese Ansätze sichtbar machen und Teams eine gemeinsame Grundlage zum Ausprobieren geben. Das ist besonders dann hilfreich, wenn eine Aufgabe regelmäßig vorkommt, ein klar beschreibbares Ziel hat und die Ergebnisse anhand nachvollziehbarer Kriterien geprüft werden können.

Eine Vorlage ist dabei kein universeller Textbaustein. Das Ergebnis hängt unter anderem vom verwendeten Modell, den Eingaben, dem Kontext und der konkreten Anwendung ab. Auch derselbe Prompt kann bei wiederholter Nutzung unterschiedliche Antworten erzeugen. Deshalb sollte eine Bibliothek keine pauschale Zusage für bessere, schnellere oder einheitliche Ergebnisse enthalten.

Was eine brauchbare Vorlage dokumentiert

Eine Vorlage sollte so gestaltet sein, dass Nutzende wissen, wofür sie gedacht ist und welche Arbeit weiterhin bei ihnen liegt. Dokumentieren Sie mindestens:

  • Zweck und Grenzen: Welche Aufgabe unterstützt die Vorlage, und wofür ist sie nicht vorgesehen?
  • Benötigte Eingaben: Welche Angaben muss die nutzende Person ergänzen? Markieren Sie Platzhalter verständlich.
  • Ausgabeformat: Welche Struktur oder Länge wird erwartet, sofern das für die Aufgabe relevant ist?
  • Werkzeug und Kontext: Mit welcher Anwendung oder Modellkonfiguration wurde die Vorlage geprüft? Vermeiden Sie die Annahme, sie funktioniere unverändert überall.
  • Prüfschritte: Was muss vor einer Weiterverwendung sachlich, fachlich oder formal kontrolliert werden?
  • Verantwortung und Stand: Wer pflegt die Vorlage, wann wurde sie zuletzt geprüft und wie können Nutzende Probleme melden?

Rollenbeschreibung, Aufgabe, Hintergrundinformationen und Ausgabeformat können sinnvolle Bestandteile einer Anweisung sein. Welche Angaben helfen, muss für den jeweiligen Anwendungsfall ausprobiert werden; ein starres Schema macht einen Prompt nicht automatisch wirksam.

Von der Sammlung zum geprüften Arbeitsmittel

Beginnen Sie mit einer konkreten, begrenzten Aufgabe und beziehen Sie die Personen ein, die sie tatsächlich bearbeiten. Beschreiben Sie zunächst den heutigen Ablauf, das gewünschte Ergebnis und die Fehler, die besonders relevant wären. Verwenden Sie für Tests Beispiele, die typische und schwierige Fälle abdecken, und entfernen oder anonymisieren Sie nicht erforderliche vertrauliche oder personenbezogene Angaben.

Vergleichen Sie mehrere Ausgaben anhand vorher festgelegter Kriterien. Dazu können fachliche Richtigkeit, Vollständigkeit, Verständlichkeit, Format und die Einhaltung vorgegebener Grenzen zählen. Halten Sie fest, wann eine menschliche Prüfung erforderlich ist und wer das Ergebnis freigeben darf. Bei folgenreichen Entscheidungen genügt ein gut formulierter Prompt nicht als Kontrolle.

NIST empfiehlt für generative KI unter anderem, Grenzen und Einsatzbedingungen zu dokumentieren sowie Qualität und Zuverlässigkeit der Ausgaben mit geeigneten Bewertungsmethoden zu prüfen. Das NIST AI Risk Management Framework ist freiwillig und ersetzt keine organisationsspezifische Risiko- oder Rechtsprüfung. NIST: Generative AI Profile

Microsoft beschreibt die Entwicklung von Evaluationsprompts als gezielten Testprozess: Testfragen sollten realistische Szenarien abbilden und so formuliert sein, dass die erwartete Prüfung klar ist. Diese Dokumentation bezieht sich auf die Evaluation von Copilot-Agenten; die Grundidee lässt sich als Orientierung für eigene Tests nutzen, ist aber keine allgemeine Wirksamkeitsgarantie für Prompts. Microsoft Learn: Design evaluation prompts

Pflege, Zuständigkeit und sichere Nutzung

Eine Sammlung braucht eine benannte redaktionelle Verantwortung. Diese Person oder Gruppe kann Rückmeldungen bündeln, Änderungen dokumentieren und veraltete Einträge zurückziehen. Überprüfen Sie Vorlagen insbesondere dann, wenn sich das eingesetzte Modell, die Anwendung, die Eingabedaten oder der Arbeitsprozess ändert. Ein regelmäßiger Termin kann ergänzen, ersetzt solche anlassbezogenen Prüfungen aber nicht.

Eine Prompt-Bibliothek macht einen KI-Einsatz nicht automatisch datenschutzkonform oder sicher. Prüfen Sie vor der Nutzung, welche Daten in das konkrete Werkzeug eingegeben werden dürfen und welche vertraglichen, technischen und organisatorischen Vorgaben gelten. Formulieren Sie sichere Eingabehinweise direkt an der Vorlage, wo sie benötigt werden; verlassen Sie sich nicht darauf, dass eine Prompt-Anweisung technische Zugriffskontrollen ersetzt.

Auch eine geprüfte Vorlage verhindert keine erfundenen, unvollständigen oder unpassenden Ausgaben. Weisen Sie Nutzende deshalb auf die Grenzen hin und definieren Sie, welche Ergebnisse vor einer internen oder externen Verwendung geprüft werden müssen. Hinweise des NIST zu generativer KI betonen unter anderem den Umgang mit Fehlern, die Evaluation und menschliche Aufsicht. NIST AI 600-1, Abschnitt MAP 2.2 und MEASURE

Passenden Umfang finden

Eine umfangreiche Sammlung ist kein Ziel an sich. Wählen Sie wenige Aufgaben aus, bei denen Zweck, Eingaben und Prüfkriterien verständlich sind. Beobachten Sie im Einsatz, ob die Vorlagen auffindbar sind, wo Nutzende sie anpassen müssen und welche Fehler auftreten. Nutzen Sie diese Beobachtungen, um einzelne Einträge zu verbessern oder eine Vorlage wieder zu entfernen.

Wenn Sie Nutzung und Wirkung getrennt betrachten möchten, hilft der Beitrag KI-Nutzung und KI-Wirkung in Geschäftsprozessen einordnen. Eine Prompt-Sammlung kann ein Arbeitsmittel sein; ob sie einen Prozess verbessert, muss im konkreten Kontext untersucht werden.

Für die gemeinsame Auswahl und Ausarbeitung geeigneter Vorlagen beschreibt die Leistung zur Prompt-Bibliothek für Standardaufgaben Beratung, Coaching, Workshop und Support. Der nächste Schritt sollte zunächst klären, welche Aufgaben sich eignen und welche Prüfung für die Ergebnisse erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Neben der Vorlage selbst sollten Zweck, Zielgruppe, benötigte Eingaben, erwartetes Ausgabeformat, zuständige Person, unterstützte Werkzeuge oder Modelle sowie bekannte Grenzen und Prüfschritte dokumentiert sein.

Vom Wissen zur Umsetzung

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